Textiltechnik IV – Weben
22.01.2021
Textiltechnik IV – Weben
Einzigartige Technik, vielfältige Möglichkeiten
Eine Jeans, ein elastisches Bandagenband, ein Armierungsgewebe für den Fassadenbau – so sehr sich diese Textilprodukte unterscheiden, eines haben sie gemeinsam: zwei Fadensysteme, die einander im 90°-Winkel kreuzen. Das nämlich kennzeichnet alle textilen Gewebe. In Längsrichtung verläuft die sogenannte Kette, in Querrichtung der Schuss. Und zwar immer im 90°-Winkel. Die zwei rechtwinklig orientierten Fadensysteme unterscheiden sie von Gewirken. Gewirke bestehen aus Faserschlingen, die so miteinander verknotet werden, dass eine sogenannte Maschenware entsteht. Der 90°-Winkel bildet den elementaren Unterschied zu Geflechten, in denen die Faserstränge in unterschiedlichen Winkeln miteinander verschlungen sind.
Besonders vielfältig
So streng die Gewebestruktur – zwei Fadensysteme sind im 90°-Winkel miteinander verbunden – auch gilt: Sie bietet eine ungeheuer große Vielfalt an Möglichkeiten. Da ist zunächst natürlich das Material: Je nachdem welcher Rohstoff für die Fadensysteme gewählt wird, entstehen Gewebe mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Möglich ist fast alles – von der Naturfaser über Kunst- und Glasfaser bis zu Metallen. Hinzu kommt die Bindungstechnik: Leinwand-, Köper- und Atlasbindung eröffnen ein enormes Variationsspektrum. Die jeweilige Bindungsart beeinflusst beispielsweise die Flexibilität der Gewebe und ihre Oberflächenstruktur, erlaubt unterschiedliche Eigenschaften auf Unter- und Oberseite und vieles mehr.
Von extrem fest bis extrem flexibel
Die Festigkeit eines Gewebes lässt sich zum einen an der Kraft bemessen, die aufgewendet werden muss, um einen einzelnen Faden in Längsrichtung aus dem Gewebe zu ziehen: der Einzelfadenauszugskraft. Und zum anderen an der Kraft, die nötig ist, um einen Faden senkrecht zur Längsachse zu verschieben: der Schiebefestigkeit. Je höher diese Werte und je dichter folglich das Textil gewebt ist, umso stabiler ist das Produkt.
Von extrem dicht bis extrem durchlässig
Ein dichtgewebtes Textil verhält sich anders als eines, das sehr locker gewebt ist, also eine geringere Anzahl von Kett- und Schussfäden pro Längeneinheit aufweist. Die Fadendichte nimmt – immer in Verbindung mit dem Rohstoff – entscheidenden Einfluss auf die Durchlässigkeit, die sogenannte Permeabilität, von Geweben. Die Fadendichte von Geweben kann – je nach Einsatz und Anforderung – individuell definiert werden.
Von extrem schmal bis extrem breit
Auch mit Blick auf seine Dimensionen ist mit Geweben vieles möglich. Vom wenige Millimeter schmalen Gewebe für die Medizin bis zum viele Meter breiten Segeltuch.
Gewebe machen Strecke
In industrieller Hinsicht interessant ist die hohe Produktivität der Webtechnik: Webmaschinen machen – verglichen mit Flecht- und Strickmaschinen – besonders viel Strecke.
Wir bei JUMBO-Textil nutzen diese generellen und die spezifischen Eigenschaften von Geweben für die Entwicklung und Fertigung unserer hochwertigen technischen Schmalgewebe. Zusätzliche Spezifikationen erreichen wir durch die anschließende Veredlung und Konfektionierung unserer Schmaltextilien. So entwickeln wir mit unseren Schmalgeweben aus Hightech-Materialien passgenaue textile Lösungen – für die unterschiedlichsten und anspruchsvollsten Anwendungen in zahlreichen Branchen.
Schmalgewebe von JUMBO-Textil
Fotos: JUMBO-Textil